Peinliche Düfte
Bakterien
Die meisten Frauen kennen das heikle Thema 'Scheidenausfluss' aus eigener Erfahrung. In geringem Umfang ist ein geruchsfreier Ausfluss auch ganz normal. Verändert sich der Ausfluss, könnte jedoch eine Infektion dahinterstecken. Typisch für eine bakterielle Besiedelung, wie bei einer bakteriellen Vaginose, ist ein fischartiger Geruch, der für Frauen sehr belastend sein kann. Der Scheidenausfluss ist dann eher dünnflüssig und gräulich-weiß bis gelblich. Es können auch leichte Schmerzen auftreten. Bei einer bakteriellen Vaginose verschiebt sich das Gleichgewicht der Vaginalflora. In einer gesunden vaginalen Schleimhaut sind die so genannten Milchsäurebakterien (Laktobazillen) aktiv. Durch ihre Säureproduktion sorgen sie für ein saures Scheidenmilieu, das zur Abwehr von krankmachenden Erregern dient. Die bakterielle Vaginose (Aminvaginose) ist eine Fehlbesiedlung der Scheide mit bestimmten Darmbakterien. Diese verursachen Ausfluss, aber keine Entzündung. Für den typischen begleitenden Geruch sind Abbauprodukte von Eiweißstoffen, so genannte Amine verantwortlich. Der fischartige Intimgeruch lässt sich auch durch Waschen nicht unterdrücken und ist sowohl für Frauen als auch deren Partner mehr als unangenehm.
Der Arzt wird eine bakterielle Vaginose mit Antibiotika behandeln, damit die Erreger nicht in die oberen Genitalbereiche wandern. Durch die antibiotische Therapie werden jedoch auch die schützenden Milchsäurebakterien reduziert. Begleitend oder alternativ sollte daher eine Milchsäurekur eingesetzt werden. Bewährt hat sich hierfür ein Milchsäure-Gel, wie Privatdozent Dr. Andreas Clad, Oberarzt am Universitätsklinikum Freiburg, beobachten konnte: 'Ich habe die Milchsäurekur auch bei einer leichten Entgleisung der Vaginalflora getestet. Man kann bei dem Milchsäure-Gel ganz klar nachweisen, dass es die Ansiedelung von Laktobazillen fördert.' Mit der 7-Tage-Kur regeneriert sich der pH-Wert der Scheide schnell, das gesunde saure Milieu wird wieder hergestellt und der unangenehme Geruch verschwindet.
(Quelle: djd/ pt; Foto: djd/ Kade Fungin)










